In Zusammenarbeit mit: Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL Schweiz
06.04.2022
Ernährung

Bio bleibt im Trend – Wachstumspotenzial beim auswärts Essen  

Viele Menschen legen Wert auf Bio-Produkte.
Bio bleibt im Trend. © pasja1000 | Pixabay

Text: SERAINA SIRAGNA & DR. HANNA STOLZ

Der Biomarkt hat sich in der Schweiz während der letzten Jahre zu einem wichtigen Absatzmarkt entwickelt. Der Marktanteil liegt inzwischen bei rund elf Prozent. In einem umfassenden Bericht analysieren das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL unter anderem, welche Kaufmotive für den Biokonsum relevant sind und wie sich der Markt entwickelt. Wachstumspotenzial stellt der Bericht bei den Bio-Angeboten in Restaurants, Kantinen und Take-Aways fest.

Wer kauft Biolebensmittel ein, welche Produkte landen im Einkaufskorb und was sind die Gründe für den Biokonsum? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der gemeinsame Bericht des BLW und FiBL im Detail. Grundlage für die Analyse bilden das Haushaltspanel von Nielsen IQ Switzerland, mit dem das BLW das Einkaufsverhalten analysiert sowie die Biobarometer-Umfrage des FiBL, welche Konsumtrends aufzeigt. Die Kombination der beiden Datenquellen ermöglicht vertiefte Einblicke in das Biokonsumverhalten der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten.

Wer kauft Bioprodukte?

Insgesamt gab ein Haushalt in der Schweiz im Jahr 2020 durchschnittlich 820 Franken für Bioprodukte aus. Haushalte mit älteren Personen (64+) kauften durchschnittlich am häufigsten biologische Lebensmittel ein. Die Daten zeigen weiter: Je jünger die haushaltsführende Person, desto weniger Geld wird für Bionahrungsmittel ausgegeben. Wenig erstaunlich beeinflusst das Einkommen den Biokonsum. Je höher das Haushaltseinkommen, desto mehr Geld wird für Biolebensmittel ausgegeben. Auch das Ausbildungsniveau beeinflusst das Einkaufsverhalten. Personen mit höherer Bildung konsumieren mehr Bioprodukte. Ausserdem geben städtische Haushalte mehr Geld für Biolebensmittel aus als ländliche Haushalte.

Warum werden biologische Lebensmittel eingekauft?

Die wichtigsten Motive für den Kauf von Biolebensmitteln sind für die Befragten die “Gewährleistung einer artgerechten Tierhaltung” sowie die “Vermeidung von Pflanzenschutzmittelrückständen”. Für 85 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten sind diese beiden Gründe zentral. Wichtig sind weiter eine “umweltschonende Produktion” und die “Vermeidung von vorbeugendem Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung”. Auffallend ist, dass “guter Geschmack” kein gewichtiger Grund für den Bio-Einkauf darstellt. Die beiden mit Abstand wichtigsten Hürden für den Kauf von Biolebensmitteln sind die “eingeschränkte Verfügbarkeit von Biolebensmitteln in Kantinen, Restaurants und Take-Aways” sowie die höheren Preise. Eine “zu starke Verpackung von Biolebensmitteln” ist für viele der Befragten ebenfalls ein Grund, um keine Bioprodukte zu kaufen.

Welche Bioprodukte sind am meisten gefragt?

Im Jahr 2020 wurden im Schweizer Detailhandel Biolebensmittel im Wert von 3242 Mio. Franken verkauft. Dies entspricht einem Marktanteil von elf Prozent. Am meisten gefragt waren frisches Gemüse und Kartoffeln (Anteil 17 Prozent). Darauf folgten Milch und Milchprodukte sowie Getreide und Backwaren mit einem Anteil von je 15 Prozent am gesamten Biolebensmittelumsatz. Mit einer jährlichen Wachstumsrate von durchschnittlich 20 Prozent wuchs von 2016 bis 2020 die Warengruppe Biobabynahrung am deutlichsten. 2020 betrug der Bio-Anteil in dieser Warengruppe 50 %. Bio-Eier und frisches Gemüse/Kartoffeln verzeichneten ebenfalls überdurchschnittliche Biomarktanteile von 28 bzw. 24 Prozent.

Wie entwickelt sich der Biolebensmittelmarkt weiter?

Der Biomarkt ist ein klarer Wachstumsmarkt. Das jährliche Wachstum betrug zwischen 2016 und 2020 durchschnittlich neun Prozent. Diese Entwicklung führte bei gewissen Warengruppen zu Biomarktanteilen von zirka 25 Prozent, etwa bei Eiern, Gemüse und Kartoffeln. Fisch und Fleisch sind die einzigen Warengruppen, die im Biosegment zwischen 2016 und 2020 im Vergleich zum Vorjahr Umsatzrückgänge verzeichneten. Die Resultate der repräsentativen Umfrage deuten allerdings darauf hin, dass sich das Wachstum des Biomarktes in nächster Zeit verlangsamen könnte. Viele Konsumentinnen und Konsumenten beabsichtigen nicht, ihren Biokonsum weiter auszubauen. Aus den Befragungen wird aber deutlich, dass das Bedürfnis nach biologischen Lebensmitteln in Restaurants, Kantinen und Take-Aways gross ist.

Weiterführende Informationen

Bericht vom 01. März 2022: “Biokonsum – Nachfragetrends und Hintergründe

Institution: Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL Schweiz
Ansprechpartner/in: Dr. Hanna Stolz, Seraina Siragna, Florie Marion & Jonathan Fisch

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