In Zusammenarbeit mit: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
17.08.2022
Boden Klimawandel Landnutzung

Gesunder Boden, gesunder Planet: Bodenqualität als Schlüsselfaktor für eine bessere Pflanzenproduktion und ein widerstandsfähiges Klima  

Gesunde Böden sind der Schlüssel zu einem widerstandsfähigen Klima und zur künftigen Ernährungssicherheit.
Gesunde Böden sind der Schlüssel zu einem widerstandsfähigen Klima und zur künftigen Ernährungssicherheit. @ Steven Weeks | Unsplash

Text: PRESSESTELLE DES PIK

Gesunde, hochwertige Böden führen zu robusteren und beständigeren Ernteerträgen und sind der Schlüsselfaktor für die Anpassung an den Klimawandel, wie eine neue Studie zeigt. In China könnten geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenqualität den durch den Klimawandel bedingten Rückgang der Pflanzenproduktion um 20 % verringern.

“Böden werden oft nur als Kohlenstoffspeicher betrachtet, die auf den Klimawandel und die Bewirtschaftung reagieren. Die Bodenqualität ist jedoch entscheidend, wenn es um die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und die künftige Ernährungssicherheit geht. Die Bedeutung der Bodenqualität für die Produktivität der Böden und damit das Potenzial, Kohlenstoff in Ökosystemen zu binden, wurde bisher nicht ausreichend berücksichtigt”, sagt Christoph Müller vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Mitautor der Studie.

In der in Nature Climate Change veröffentlichten Studie untersuchte ein internationales Forschendenteam aus China, dem Vereinigten Königreich und Deutschland, wie sich die Wechselwirkungen zwischen der Bodenqualität – definiert als die Fähigkeit des Bodens, Nährstoffe und Wasser zu liefern und die Produktivität der Pflanzen zu unterstützen – und dem Klimawandel, auf die Produktivität der Nahrungsmittelproduktion auf Ackerflächen auswirken.

Der Hauptautor, Professor Mingsheng Fan von der China Agriculture University, erläutert die wichtigsten Ergebnisse: “Wir haben festgestellt, dass qualitativ hochwertige Böden über alle Kulturen und Umweltbedingungen hinweg die Empfindlichkeit der Ernteerträge gegenüber Klimaschwankungen verringern, was zu höheren und stabileren Ernteerträgen führt und auch die Ergebnisse für die Erträge im Klimawandel verbessert, verglichen mit Böden von geringer Qualität.”

Die Studie zeigt auch, dass die Verbesserung der Bodenqualität eine entscheidende Strategie für die Anpassung an den Klimawandel sein wird. Sie unterstreicht, dass eine bessere Bewirtschaftung der Böden nicht nur die Erträge, sondern auch die Kohlenstoffbindung, das Wasserhaltepotenzial und die biologische Vielfalt der Böden verbessern kann. Dies wird für die Ernährung einer wachsenden Bevölkerung von entscheidender Bedeutung sein, da die weltweite Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 60 bis 100 % steigen muss, um den prognostizierten Nahrungsmittelbedarf zu decken.

Weiterführende Informationen

Artikel: Lei Qiao, Xuhui Wang, Pete Smith, Jinlong Fan, Yuelai Lu, Bridget Emmett, Rong Li, Stephen Dorling, Haiqing Chen, Shaogui Liu, Tim G. Benton, Yaojun Wang, Yuqing Ma, Rongfeng Jiang, Fusuo Zhang, Shilong Piao, Christoph Mϋller, Huaqing Yang, Yanan Hao, Wangmei Li, Mingsheng Fan (2022): Soil quality both increases crop production and improves resilience to climate change. Nature Climate Change [DOI: 10.1038/s41558-022-01376-8]

Institution: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Ansprechpartner/in: Pressestelle des PIK

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